Wenn dein Baby zum Kleinkind wird

Hallo liebe Mamis!

Inzwischen haben wir Davids ersten Geburtstag gefeiert und unser Leben wurde nach einem Jahr wieder völlig auf den Kopf gestellt. Das habe ich bereits nach Davids Geburt gesagt und doch ist jetzt - ein Jahr später - wieder alles anders. Und obwohl es nun schon zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt wurde, sind wir keineswegs wieder bei der Ausgangssituation gelandet ;-) Also 180 Grad + 180 Grad sind mit Baby/Kleinkind nun mal keine 360 Grad :D 

Wie unser Leben jetzt mit einem wilden Kleinkind aussieht, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

 

Der 1. Geburtstag

Davids erster Geburtstag hat für mich vor allem eines bedeutet: Gefühlschaos!
Ich war hin- und hergerissen zwischen Stolz, Glück und gleichzeitig hätte ich auf der Stelle losheulen können, weil mein kleines Baby einfach kein kleines Baby mehr ist. Beim Anblick der Babyfotos oder auch, wenn wir unterwegs Neugeborene sehen, die "einfach bloß daliegen" wird es einfach so sonnenklar: David ist kein Baby mehr. Er ist jetzt ein Kleinkind. Und das wollten wir natürlich feiern. Für seinen 1. Geburtstag haben wir (=ich, aber ihr Mamis wisst ja bestimmt, wie das läuft :D) eine Feier mit der Familie organisiert, es gab eine super süße Torte für unseren David und obwohl wir uns sehr gezielt und auch nur 1 Geschenk von jedem Verwandten gewünscht haben, sah man David unter all den Geschenken fast gar nicht mehr. Es gab u.a. ein Bobbycar, ein Puky Wutsch, ein Bällebad, eine Kugelbahn, eine Parkgarage mit Autos, etc. Wir haben gespielt, getobt und abends war David kaputt von all den Eindrücken. Und wir auch.

Es war ein wunderschöner Tag und obwohl er für mich auch sehr emotional war, konnte ich das beiseite legen und den Tag mit unseren Liebsten einfach nur genießen.

Unser Alltag zu zweit

Der Alltag mit David hat sich stark verändert. Mr. Right kommt ja immer erst Abends von seinem Job in der Bank nach Hause und bis dahin verbringen David und ich den Tag immer zu zweit. Früher hat das für mich vor allem eines bedeutet: Möglichst viel unternehmen, da David unterwegs immer abgelenkt war, und ich ihn zu Hause nahezu nicht ablegen konnte. Er brauchte meine Nähe so sehr und die Tage mit ihm zu Hause fühlten sich manchmal wirklich sehr lang an, da ich hauptsächlich damit beschäftigt war, David rund um die Uhr zu bespaßen und umherzutragen weil er sonst schnell zu Weinen begonnen hat und sich oft nur schwer beruhigen ließ. Nun, da David schon seit 2 Monaten selbst läuft und das inzwischen auch super kann, ist der Alltag mit ihm sehr viel einfacher. Er läuft fröhlich umher, erkundet seine Umgebung und egal, was ich gerade mache, ich habe immer ein kleines Helferlein dabei. Auch wenn das bedeutet, dass die sortierte Wäsche von David nochmals "umsortiert" wird, macht der Alltag mit ihm einfach Spaß. Ich kann ihn natürlich keine Sekunde aus den Augen lassen aber er beschäftigt sich auch mal selbst in meiner unmittelbaren Nähe und ich kann viele Dinge daneben erledigen und ihn dabei auch einbinden. Es fühlt sich im Moment einfach so an, als hätten wir alles gut im Griff und das fühlt sich gut an.

Die ersten Kuscheleinheiten

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist David ja kein Kuschelbaby gewesen. Er hat zwar meine Nähe gebraucht, diese aber nicht sichtlich genossen, sondern bloß gebrüllt wenn ich ihn abgelegt habe. Inzwischen bekomme ich regelmäßig seine Liebe zu spüren und ich kann euch gar nicht sagen, was das in mir auslöst. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn er sein Spiel völlig unerwartet kurz unterbricht um mich zu umarmen oder mich gleich morgens nach dem Aufstehen ganz fest drückt. Seine Zuneigung so bewusst zu spüren ist für mich als Mami einfach unbeschreiblich. Man selbst hat ja so wahnsinnig viel Liebe für diesen kleinen Zwerg und am liebsten würde man ihn den ganzen Tag mit Küsschen und Umarmungen überschütten - okay und meistens tut man das auch einfach - auch wenn das bis vor Kurzem eher sehr einseitig war :) Dass inzwischen so viel Liebe zurück kommt, ist für mich das größte Geschenk, das man im Leben bekommen kann.

Die ersten richtigen Wutausbrüche

Bei aller Liebe, die David nun auch äußert, sind natürlich auch andere Emotionen dabei. Wenn es nicht so läuft, wie David es gerne hätte, dann zeigt er uns das auch lautstark. Egal ob es die Strumpfhose ist, die er sich nicht wie seine Socken einfach ständig ausziehen kann, oder wenn es mit dem Essen mal wieder zu langsam geht. Er hat seinen eigenen Willen und der wird für mich als Mama immer deutlicher erkennbar. Früher war es nicht immer einfach zu verstehen, was ihm gerade nicht passt, er konnte eben einfach nur weinen und dann ging das Ratespiel los. Obwohl David natürlich noch nicht sprechen kann, verstehe ich ihn aber inzwischen sehr gut und weiß fast immer ganz genau, was er gerade möchte oder wo der Schuh drückt. Und jetzt geht der "schwierige" Teil gerade erst los. (Wer also gedacht hat, die Geburt wäre die große Herausforderung, der irrt sich glaube ich ;-) ). Im Moment bin ich gerade dabei, für uns den besten Weg zu finden, mit diesen Situationen umzugehen. Sei es, wenn er im Supermarkt die Tomate, die er unbedingt halten möchte, aufs Kassaband legen muss, oder wenn er zu Hause die Glasflasche nicht bekommt, mit der er unbedingt spielen möchte - es lauern wahnsinnig viele Situationen im Alltag, die uns nun auf eine ganz neue Art herausfordern, als wir es bisher gewohnt waren. Bisher habe ich das Gefühl, dass es mir sehr gut gelingt, die richtige Balance zwischen "Nein, das geht leider wirklich nicht, weil..." und dort, wo es auch eigentlich gar kein Problem bzw. keine Gefahr darstellt, auch mal etwas durchgehen zu lassen, zu finden. Ich bin übrigens von mir selbst überrascht, dass mich seine Wutanfälle im Supermarkt bzw. die Reaktionen anderer Menschen darauf total kalt lassen. Ich dachte immer, dass mir das total unangenehm wäre und ich ihm vermutlich einfach alles durchgehen lassen würde, aus Angst vor den genervten Blicken anderer. Dem ist aber überhaupt nicht so und erstaunlicherweise bekomme ich sogar viele positive Rückmeldungen von den Menschen in unserem Umfeld, wie wir solche Situationen lösen.

Ich bin gespannt, wie das weitergeht. 

Noch mehr gespannt bin ich aber über eure Erfahrungen. Habt ihr auch schon mit Wutanfällen zu kämpfen? Wie geht ihr damit um? 

 

Da David nun gerade wach wird, unterbreche ich an dieser Stelle und melde mich die Tage bei euch mit weiteren Dingen, die sich in unserem Leben nun geändert haben.

 

 

 


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